Die AfD und der Antisemitismus

Der Schoß ist frucht­bar noch,
aus dem das kroch.
Ber­tolt Brecht

Lan­ge schon war mir klar, dass die Revi­sio­nis­ten sich in dem Maße aus der Deckung wagen wür­den, in dem die Zeit­zeu­gen des soge­nann­ten Drit­ten Rei­ches, die Opfer zumal, das Zeit­li­che seg­nen. Aber die Dreis­tig­keit, mit der Ver­tre­ter der AfD vor­ge­hen, über­steigt mei­ne eh schon beschei­de­nen Erwartungen.

Nun ist es Wolf­gang Gede­on, der sich Abge­ord­ne­ter des baden-würt­tem­ber­gi­schen Land­tags nen­nen darf und nun for­dert, die Kam­pa­gne »Stol­per­stei­ne« zu been­den. Die 1993 begon­ne­ne Akti­on zum Geden­ken an NS-Opfer nicht nur in Deutsch­land gilt ihm als »auf­ge­zwun­ge­ne Erin­ne­rungs­kul­tur«.[1]Tages­schau-Bericht

Nun heißt es, der anti­se­mi­ti­sche Arzt sei selbst par­tei­in­tern ein Außen­sei­ter. Das mag glau­ben wer will. Die Schluss­strich-Den­ke, das Dif­fa­mie­ren von Denk­mä­lern, die Geschichts­klit­te­rung, der als Isra­el-Kri­tik getarn­te Anti­se­mi­tis­mus und der aus jedem Knopf­loch der Anzug tra­gen­den Bie­der­män­ner drin­gen­de Ras­sis­mus[2]Mas­ke ver­rutscht sind Teil des AfD-Erb­guts. Mit oder ohne Gedeon.

Für mich sind übri­gens die Stol­per­stei­ne wich­ti­ger als ande­re mehr oder weni­ger gelun­ge­ne Denk­mals­ent­wür­fe an zen­tra­len Orten. Denn sie tra­gen die Erin­ne­rung an den Holo­caust dahin, wo er begann: in Dör­fer und Städ­te, in Stra­ßen und Häu­ser. Sie geben den Opfern Namen und zei­gen jedem, der es sehen will, dass der Nazi-Ter­ror nicht nur etwas mit weit ent­fern­ten Orten zu tun hat­te, son­dern in der Nach­bar­schaft sei­nen Aus­gang nahm.

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