Endlosschleife

Manch­mal habe ich das Gefühl, dies ist alles nur ein gro­ßes Missverständnis.
Eins, das aus einer Men­ge klei­ner Miss­ver­ständ­nis­se besteht.

Und ich ver­spü­re den Drang, mal was klarzustellen.

Etwa so: »Hey, Leu­te, ich dürf­te gar nicht hier sein. Kön­nen wir das ändern? Ich mei­ne, ich war noch nicht fer­tig. Nicht vor­be­rei­tet, auf das, was mich erwar­ten wür­de. An wen muss ich mich wen­den? Es muss doch hier einen geben, der das Sagen hat. Einen Chef, Patron, Boss. Von mir aus einen beschis­se­nen Team­lei­ter. Jeden­falls einen, der mich hier raus­ho­len kann…«

Aber es bleibt beim Selbst­ge­spräch. Oder, fei­ner, für die Aka­de­mi­ker hier, inne­ren Monolog.

Ich fin­de nie­man­den, der mir zuhört, der etwas weiß, der mir hel­fen kann.

Nichts pas­siert. Das soge­nann­te Leben geht ein­fach wei­ter. Und ich mache Erfah­run­gen, auf die ich ger­ne ver­zich­tet hätte.

Zumin­dest kommt es mir so vor, dass es sich um Erfah­run­gen han­delt. (Eigent­lich den­ke ich ja, dass dies alles nicht real ist. Nur eine Illu­si­on. Ein Traum. Eine Simu­la­ti­on. Eine Sze­ne in einem schlecht geschrie­be­nen und noch dazu plump gescrip­te­ten Free­ware-Game. Und ich, dead­lo­cked, in einer End­los­schlei­fe. For… while… do…)

Im Grun­de genom­men ist das aber auch scheiß­egal. Ob die Erfah­run­gen inklu­si­ve der Schmer­zen, die sie ver­ur­sa­chen, nun vir­tu­ell sind oder nicht, also qua­si real. Es sind mei­ne Erfah­run­gen in mei­nem Leben – egal, was ich dar­über den­ke. Die machen etwas mit mir. Oder mit dem, den ich für mich halte.

Ich habe schon zig­tau­send­mal auf F1 gehäm­mert. Ohne Erfolg.

Und den Short­cut für die Admin-Kon­so­le habe ich raus­zu­fin­den ver­sucht. Ohne Erfolg.

Dann habe ich gedacht: Okay, viel­leicht fin­dest du wenigs­tens die Kom­bi für den God-Mode. Das hat irgend­wann auch geklappt. Ctrl-Alt-Shift-Win-Num­lo­ck9. Ich konn­te über­all hin. Konn­te durch Wän­de gehen. Über allem schwe­ben. Das Pro­blem war nur: Ich war immer noch drin. Und ich woll­te ja raus. Schon wie­der so ein Miss­ver­ständ­nis. Von wegen God. Drauf geschissen.

Aber es gibt hier in einem Zim­mer am Ende des dunk­len Gan­ges eine Art Not-Aus-Knopf. Ich habe mich nur bis­her nicht getraut, ihn zu drücken.

Ein gel­ber Kas­ten mit einem run­den Schal­ter in locken­dem Rot in der Mitte.

Dar­un­ter steht: »Press in case of emergency!«

Das klingt doch end­lich mal vielversprechend.

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