Seriöse Simulation: Bis zu 65 Millionen Tote durch das Coronavirus

Mikro­sko­pi­sche Auf­nah­me von Coro­na-Viren.

Event 201 was a 3.5‑hour pan­de­mic table­top exer­cise that simu­la­ted a seri­es of dra­ma­tic, sce­n­a­rio-based faci­li­ta­ted dis­cus­sions, con­fron­ting dif­fi­cult, true-to-life dilem­mas asso­cia­ted with respon­se to a hypo­the­ti­cal, but sci­en­ti­fi­cal­ly plau­si­ble, pan­de­mic.

Erst ges­tern habe ich von Event 201 erfah­ren. Das war eine ernst­zu­neh­men­de Übung, in der es um denk­ba­re, rea­lis­ti­sche Sze­na­ri­en für eine Pan­de­mie ging. Und bei die­ser Simu­la­ti­on wur­den die Aus­wir­kun­gen einer pan­de­mi­schen Aus­brei­tung einer Form des Coro­na-Virus durch­ge­spielt. Sie wur­de am 18. Okto­ber 2019 am Johns Hop­kins Cen­ter for Health Secu­ri­ty in Zusam­men­ar­beit mit dem World Eco­no­mic Forum und der Bill and Melin­da Gates Foun­da­ti­on durch­ge­führt. Feder­füh­rend war Eric Toner.

Die Übung von vor vier Mona­ten ist auf ein­mal sehr real.

Das furcht­erre­gen­de Ergeb­nis: In der Simu­la­ti­on star­ben 65 Mil­lio­nen Men­schen bin­nen 18 Mona­ten. Die Welt­wirt­schaft kol­la­bier­te.

In the simu­la­ti­on, CAPS infec­ted peop­le all across the glo­be wit­hin six mon­ths, and by the 18-mon­th mark, it had kil­led 65 mil­li­on peop­le and trig­ge­red a glo­bal finan­cial cri­sis.

Die Übung zu einem zu der Zeit noch völ­lig hypo­the­ti­schen Virus CAPS, das sich dem Sze­na­rio zufol­ge von Schwei­ne­f­ar­men in Bra­si­li­en aus ver­brei­te­te, fand erst vor vier Mona­ten (!) statt.

Die Par­al­le­len zu 2019-nCoV, dem Coro­na-Virus aus Chi­na, das gera­de jetzt ganz real zur Pan­de­mie wird, sind frap­pie­rend. Und ein wenig unheim­lich.

Teil­neh­mer der Übung Event 201.

Event 201 war nicht die ers­te Übung die­ser Art. Vor­an­ge­gan­gen waren in frü­he­ren Jah­ren Cla­de X, Dark Win­ter, und Atlan­tic Storm.

Hier­zu­lan­de ist die zwei­fel­los seriö­se Ver­an­stal­tung nahe­zu unbe­merkt geblie­ben. Medi­en­be­rich­te dazu habe ich nicht gefun­den. Auf Wiki­pe­dia gab es mal kur­ze Zeit einen Ein­trag, der aus mir uner­find­li­chen Grün­den gelöscht wur­de.

Not­ver­sor­gung zu Zei­ten der Spa­ni­schen Grip­pe.

Wer ein sol­ches Sze­na­rio für unwahr­schein­lich oder für Panik­ma­che hält, der sei an die Spa­ni­sche Grip­pe erin­nert. Sie töte­te ab 1918 bis zu 100 Mil­lio­nen Men­schen welt­weit. Der kor­rek­te Name wäre eigent­lich »US-Grip­pe« gewe­sen.

Pest­op­fer in der Man­dschu­rei Anfang des 20. Jahr­hun­derts.

Auch die drit­te Pan­de­mie der Pest, die wir für gewöhn­lich zeit­lich im frü­hen Mit­tel­al­ter ver­or­ten, töte­te von Chi­na aus­ge­hend noch ab Ende des 19. Jahr­hun­derts etwa 12 Mil­lio­nen Men­schen. Auf Mada­gas­kar tritt sie noch regel­mä­ßig auf.

Die Ver­brei­tung des Coro­na­vi­rus ein­zu­schrän­ken, könn­te schwie­ri­ger wer­den als gedacht. Da die Inku­ba­ti­ons­zeit offen­bar bis zu 24 Tagen betra­gen kann, reicht die übli­che Iso­la­ti­on mög­li­cher Infi­zier­ter von 14 Tagen nicht aus. Im Klar­text: Wer bis­her nach zwei Wochen Beob­ach­tung als nicht infi­ziert galt und nach Hau­se geschickt wur­de, kann sehr wohl noch Trä­ger des Virus sein und x‑andere anste­cken.

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